Wenn Drohnen intelligenter werden, muss auch ihre Abwehr intelligenter werden

Beim Besuch von Staatsminister Dr. Florian Herrmann zeigte 21strategies, wie taktisch eingesetzte Drohnen neue Anforderungen an die Drohnenabwehr stellen und wie sich diese Fähigkeitslücken insbesondere beim Schutz kritischer Infrastruktur schließen lassen.

Am 18. August 2026 besuchte Staatsminister Dr. Florian Herrmann, Leiter der Bayerischen Staatskanzlei, gemeinsam mit seinem Stab 21strategies GmbH in Hallbergmoos. Im Mittelpunkt des Austauschs stand aus aktuellem Anlass die Frage, wie sich die Drohnenabwehr weiterentwickeln muss, wenn unbemannte Luftfahrzeuge zunehmend autonomer, koordinierter und taktisch anspruchsvoller eingesetzt werden.

21strategies demonstriert derzeit für die Bundeswehr genau diese Entwicklung auf der Angreiferseite: Im Rahmen der „Kampfwertsteigerung unbemannter Luftfahrzeuge“ werden Drohnen nicht mehr nur einzeln auf vorgegebenen Flugbahnen eingesetzt. Eine Gruppe von derzeit bis zu sechs unbemannten Luftfahrzeugen kann einen Missionsauftrag selbstständig in einen Plan übersetzen, Aufgaben untereinander verteilen und die Mission als Team ausführen.

Damit verändert sich die Bedrohungslage grundlegend.

Drohnen müssen nicht mehr dauerhaft ferngesteuert werden. Sie können sich untereinander abstimmen, ihre Flugwege anpassen und als Gruppe taktisch handeln. Für die Erprobung von Abwehrsystemen lassen sich dadurch beispielsweise Angriffe mit geteilten und wieder zusammengeführten Schwärmen, unterschiedlichen Abständen innerhalb der Gruppe oder Anflügen über mehrere Achsen darstellen. Auch anspruchsvolle Flugprofile, etwa steile Anflüge aus größerer Höhe, können gezielt erzeugt und getestet werden.

Genau hier entsteht eine neue Fähigkeitslücke bei bestehenden Systemen zur Drohnenabwehr.

Viele der heute beschafften Systeme wurden vor allem für eine Bedrohung entwickelt, bei der einzelne Drohnen erkannt, verfolgt und gegebenenfalls über ihre Funkverbindung gestört werden. Gegen autonome oder gemeinsam handelnde Drohnen reicht dies künftig nicht immer aus. Ein unbemanntes Luftfahrzeug, das seine Mission auch ohne ständige Verbindung zu einem Bediener fortsetzt, stellt andere Anforderungen an Sensorik, Lagebild und Reaktionsgeschwindigkeit.

„Wichtig zu verstehen ist, dass Drohnenabwehr nicht gleich Drohnenabwehr ist“, sagt Yvonne Hofstetter, CEO von 21strategies. Die Überwachung eines größeren Sektors stellt andere Anforderungen als der unmittelbare Schutz eines einzelnen besonders gefährdeten Objekts. Für diese Punktverteidigung kritischer Infrastruktur müssen kleine und schnelle Ziele möglichst früh erkannt, kontinuierlich verfolgt und zuverlässig an die weitere Abwehrkette übergeben werden – auch dann, wenn mehrere Drohnen gleichzeitig und aus unterschiedlichen Richtungen anfliegen.

Genau an dieser Stelle setzt der derzeitige Fähigkeitsaufwuchs im Innovationszentrum der Bundeswehr in Erding an.

21strategies unterstützt dort sowohl die Erzeugung anspruchsvoller Drohnenbedrohungen als auch deren Abwehr. Mit tactics21™, dem virtuellen Zwilling des Gefechtsfelds, können unterschiedliche KI-basierte Angriffstaktiken zunächst in der Simulation erzeugt, variiert und ausgewertet werden. Anschließend lassen sich ausgewählte Szenarien mit realen Drohnen nachfliegen – soweit es eben die Gesetzeslage erlaubt. So entsteht eine hybride Einsatzprüfung, die virtuelle und reale Erprobung miteinander verbindet.

Gleichzeitig demonstriert 21strategies in Erding die andere Seite dieses technologischen Wettlaufs: die vollautomatische Steuerung eines Verbundes unterschiedlicher Sensoren zur Überwachung und zum Schutz kritischer Infrastruktur.

Statt jeden Sensor einzeln und nach einem festen Schema arbeiten zu lassen, entscheidet eine Software von 21strategies fortlaufend, welcher Sensortyp welchen Bereich oder welches Ziel beobachten soll. Sensoren können sich gegenseitig ergänzen, Zielspuren übernehmen und ihre Aufmerksamkeit dort bündeln, wo die Unsicherheit oder die Bedrohung am größten ist.

Damit soll ein bestehendes Drohnenabwehrsystem nicht ersetzt, sondern gezielt um Fähigkeiten erweitert werden, die für die Punktverteidigung zunehmend wichtig werden.

„Wir sehen einen technologischen Wettlauf: Unbemannte Systeme werden autonomer, koordinierter und taktisch anspruchsvoller. Deshalb müssen wir nicht nur bessere Drohnen bauen, sondern vor allem lernen, wie wir uns gegen genau diese nächste Generation von Drohnen verteidigen. Der entscheidende Schritt ist, Angriff und Abwehr in derselben realistischen Testumgebung gegeneinander weiterzuentwickeln“, sagt Yvonne Hofstetter.

Für die Drohnenabwehr bedeutet dies einen grundlegenden Perspektivwechsel. Es reicht nicht mehr aus, ein System gegen bekannte Flugbahnen oder einzelne ferngesteuerte Drohnen zu prüfen. Entscheidend wird, ob es auch mit Gegnern umgehen kann, die selbstständig planen, gemeinsam handeln und ihr Verhalten verändern.

21strategies verbindet deshalb beide Seiten: intelligentere unbemannte Luftfahrzeuge als realistische Bedrohungsdarsteller und eine intelligentere, automatisierte Abwehr genau gegen diese intelligenten Drohnen für den Schutz kritischer Infrastruktur. So können bestehende Systeme schrittweise an eine Bedrohung angepasst werden, die sich selbst ebenfalls ständig weiterentwickelt.

Über 21strategies

21strategies ist ein deutsches Softwareunternehmen für KI-basierte Entscheidungs- und Autonomiesysteme. Das Unternehmen entwickelt unter anderem Lösungen für taktische Autonomie, virtuelle Einsatzprüfung, adaptive Bedrohungssimulation und die intelligente algorithmische Koordination militärischer Plattformen. 21strategies verfolgt dabei einen softwarebasierten, hardwareunabhängigen Ansatz und integriert seine Technologien herstellerunabhängig in bestehende Systeme und Plattformen.

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