Vom Sehen zum Entscheiden: KI und die Logik moderner Kriegsführung

Mit der Ausbreitung Künstlicher Intelligenz verschiebt sich militärische Überlegenheit vom System zur Entscheidung. Genau darin liegt die eigentliche Zäsur moderner Kriegsführung.

Executive Breakfast am 17.04.2026 | Commerzbank München

Hallbergmoos, 17.04.2026 – Mit „Der unsichtbare Krieg“ (2. Auflage 2025, München: Droemer Knaur) hat Yvonne Hofstetter eine Entwicklung beschrieben, die sich lange der direkten Beobachtung entzog: die Einbeziehung einer Dimension in die Kriegsführung, die weniger durch sichtbare Plattformen und kinetische Energie als durch Daten, Vernetzung und algorithmische Prozesse geprägt war.

Der Vortrag vom 17.04.2026 knüpft an diese Überlegungen an und führt sie einen Schritt weiter. Im Zentrum steht die These, dass die gegenwärtige Entwicklung Künstlicher Intelligenz nicht primär die Wahrnehmung verbessert, sondern den Ort der Entscheidung verschiebt. Während Data-Analytics-Systeme die Fähigkeit zur Auswertung und Strukturierung von Daten erheblich erweitert haben, bleibt die eigentliche Herausforderung bestehen: aus Erkenntnis unter Unsicherheit handlungsfähige Entscheidungen abzuleiten.

Anhand aktueller Entwicklungen, insbesondere im Bereich der Drohnenabwehr, wird diskutiert, dass gegenwärtige Ansätze an ihre Grenzen stoßen, weil sie gegnerisches taktisches Verhalten zu wenig berücksichtigen. Nicht mehr die einzelne Plattform entscheidet über Erfolg, sondern die Fähigkeit, unterschiedliche Mittel – Sensoren wie Effektoren – im richtigen Moment koordiniert einzusetzen.

Vor diesem Hintergrund entsteht eine neue Klasse von KI-Systemen, die nicht mehr allein auf Wahrnehmung und Analyse abzielt, sondern auf Entscheidungslogik unter realen Einsatzbedingungen. Der Vortrag ordnet diese Entwicklung ein und zeigt, welche strategische Bedeutung ihr insbesondere für Europa zukommt.

Über 21strategies

21strategies entwickelt Systeme für taktische Entscheidungslogik in komplexen Einsatzumgebungen. Im Zentrum steht nicht das einzelne System, sondern die Fähigkeit, verteilte Mittel unter Unsicherheit kohärent zu koordinieren. Ziel ist es, aus wachsender technologischer Komplexität belastbare Handlungsfähigkeit zu gewinnen.