Beim Besuch von MdB Christian Moser bei 21strategies standen europäische Innovationshemmnisse, KI-Haftung und der Einsatz des tactics21 Defense Metaverse für moderne Drohnenabwehr im Mittelpunkt.
Rechtliche Rahmenbedingungen für die Anwendung neuer Technologien
Am 15. September besuchte der Bundestagsabgeordnete Christian Moser 21strategies am Standort Hallbergmoos. Im Mittelpunkt des rund zweistündigen Austauschs standen die praktischen Rahmenbedingungen für innovative KI- und DefenseTech-Unternehmen in Deutschland und Europa von Vergaberecht und europäischer Zusammenarbeit über neue Haftungsfragen bei industrieller KI bis hin zur softwaregestützten Drohnenabwehr.
Christian Moser ist Mitglied des Ausschusses für Recht und Verbraucherschutz im Deutschen Bundestag und Vorsitzender des Unterausschusses Europarecht. Damit standen insbesondere jene rechtlichen Rahmenbedingungen im Fokus, die darüber entscheiden, wie schnell neue Technologien in die praktische Anwendung kommen können.
Wenn europäische Kooperation am Vergaberecht scheitert
An einem konkreten Beispiel diskutierten Moser und die Geschäftsführung von 21strategies die Frage, ob bestehende europäische Vergaberegeln für neue DefenseTech-Fähigkeiten ausreichend praxistauglich sind. Zur Debatte stand unter anderem die Frage, ob für Übungen, Pilotvorhaben, experimentelle Nutzung und kurzfristige Fähigkeitsdemonstrationen schnellere und zugleich rechtssichere europäische Beschaffungswege notwendig sind.
Aus Sicht von 21strategies liegt hier ein grundsätzliches Problem vor: Politisch wird eine engere Verteidigungskooperation europäischer Staaten gewünscht, in der operativen Umsetzung können Beschaffungsregeln diese Zusammenarbeit jedoch erheblich verlangsamen.
KI in der Industrie: Wer trägt künftig Verantwortung?
Ein zweiter Schwerpunkt war die zunehmende Bedeutung von Haftungsfragen bei industrieller KI. Mit flow21 entwickelt 21strategies ein KI-basiertes System zur Optimierung komplexer Matrix-Produktion. Produktionsdaten verbleiben dabei beim jeweiligen Unternehmen; die Software verarbeitet sie lokal, um beispielsweise Reihenfolgen, Kapazitäten und Engpässe zu optimieren. Mit zunehmender Automatisierung stellen sich jedoch neue rechtliche Fragen: Wann wird ein fehlerhafter Optimierungsvorschlag eines KI-basierten Systems zu einem haftungsrelevanten Produktfehler? Welche Verantwortung tragen Softwareanbieter, Maschinenhersteller, Integratoren und Anwender? Und welche Nachweise und Auditmechanismen sind erforderlich, ohne sensible Produktionsdaten aus dem Unternehmen herauszugeben? Gerade für mittelständische Unternehmen wird entscheidend sein, dass neue europäische Haftungsregeln für Software und KI nicht nur Sicherheit schaffen, sondern auch praktisch handhabbar und versicherbar bleiben.Defense Metaverse: Drohnenabwehr vor dem realen Einsatz testen
Im technologischen Teil des Besuchs demonstrierte 21strategies, wie das „Defense Metaverse“ tactics21 für die Entwicklung und Bewertung moderner Drohnenabwehr eingesetzt werden kann.
In virtuellen Einsatzräumen lassen sich unterschiedliche Angriffsszenarien, Sensoren, Effektoren und taktische Verhaltensweisen systematisch kombinieren und gegeneinander testen.
Dabei kann nicht nur untersucht werden, ob ein einzelnes Counter-UAS-System technisch funktioniert, sondern unter welchen taktischen Bedingungen es tatsächlich wirksam ist.
Besonders relevant ist dabei der Einsatz adaptiver virtueller Gegner: Angriffsmuster können verändert, erweitert und wiederholt getestet werden, bevor reale Systeme in kostenintensiven Übungen eingesetzt werden. Damit wird Simulation zu einem Instrument der Einsatzprüfung: Fähigkeiten können unter kontrollierten Bedingungen verglichen, Schwachstellen identifiziert und reale Erprobungen gezielter vorbereitet werden.
Der Besuch zeigte damit eine gemeinsame Herausforderung in sehr unterschiedlichen Bereichen: Innovation entsteht heute schneller denn je; entscheidend ist, ob Recht, Beschaffung und regulatorische Rahmenbedingungen dieses Tempo auch in die praktische Anwendung übertragen können.
Über 21strategies
21strategies ist ein deutsches Softwareunternehmen für KI-basierte Entscheidungs- und Autonomiesysteme. Das Unternehmen entwickelt unter anderem Lösungen für taktische Autonomie, virtuelle Einsatzprüfung, adaptive Bedrohungssimulation und die intelligente algorithmische Koordination militärischer Plattformen. 21strategies verfolgt dabei einen softwarebasierten, hardwareunabhängigen Ansatz und integriert seine Technologien herstellerunabhängig in bestehende Systeme und Plattformen.
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